Nachweisbasierte Baumethodik: Für saubere und bezahlbare Wärme im Bestand
Wohnungsunternehmen streben in den kommenden 20 Jahren einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand an. Ihnen fehlen oft klare und verständliche Grundlagen für wirksame Investitionen in tatsächlich emissionsarme und mit bezahlbarer Wärme versorgte Gebäude und Siedlungen. Es wird deshalb in Summe nicht nur zu wenig saniert, sondern durchgeführte Maßnahmen sind auch trotz hoher Investitionen aufgrund von Qualitätsmängeln zu oft wirkungslos und zu teuer.
In diese Lücke stößt die Initiative Nachweisbasierte Baumethodik. Sie will durch klare Zielvorgaben, vereinfachte Modellierung, Erfolgskontrollen und die Unterstützung von Optimierungen Bauprozesse verbessern, ein offenes digitales Verfahren entwickeln und einem vereinfachten Gebäudemodernisierungsgesetz zuarbeiten.
Nutzen für Teilnehmer ist die Absicherung ihrer Gebäude gegen Fehlinvestition und überhöhte Heizkosten sowie die Wertsteigerung Ihrer Gebäude.
Nachweisbasierte Baumethodik ist eine Initiative der sustainable data platform Teilnehmer Matthias Schmitz-Peiffer (HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH), Immanuel Hengstenberg (SenerCon GmbH) und Jörg Ortjohann (Stiftung Energieeffizienz) mit Prof. Dr. Katharina Gapp-Schmeling (Deutsche Hochschule, IZES gGmbH), Stefanie Koepsell (Deutsches Energieberater-Netzwerk e.V., DEN), Jörg Lorenz (CO2zero Berlin-Brandenburg) und Dr. Burkhard Schulze Darup (Architekturbüro Schulze Darup). Nach ersten positiven Erfahrungen in Sanierungsgebieten in Bochum und Berlin soll das Qualitätsangebot mit einer wissenschaftlichen Begleitung ausgeweitet werden.
Im Projekt sollen insb. Wohnungsunternehmen mit ihren Teams aus Planern, Handwerkern und Herstellern bei Sanierungsvorhaben von der Planungs- und Bauphase bis zum Betrieb mit Optimierungen unterstützt werden. Ziel ist die Erhöhung von Effizienz und Erträgen z.B. durch die Sicherstellung des bestimmungsgemäßen Betriebs von z.B. Wärmepumpen mit Arbeitszahlen zwischen 3 und 4. Zu häufigen Fehler sollen Maßnahmen zu deren Verhinderung von vornherein eingeplant werden.
Grundgedanke ist die Multiplikation nachweislicher Erfolge
Die Erbbauverein Köln e.G. sanierte 2001 den 1927 errichteten „Grünen Block“ zur „Solarsiedlung Riehl“. In der Solarsiedlung wurden die Heizkosten auf ca. 30% der Vergleichskosten gem. Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundundes gesenkt.
Das Konzept der energetischen Sanierung kombinierte hohe Dämmstandards, effiziente Verteilung und Nutzung von Gas-Brennwert und Solarthermie mit einer umfassenden Qualitätssicherung. Die energiebedingten Mehrkosten für die Erbbauverein Köln e.G. betrugen ca. 2% der Bausumme.
Mit solaren Garantieverträgen und dem Monitoring von Erträgen und CO₂-Emissionen war die Solarsiedlung ein Schrittmacher für eine datenbasierte Wärmewende. Entsprechende Standards konnten sich bislang nicht durchsetzen, dies möchte die Initiative Nachweisbasierte Baumethodik ändern.
„Nachweisbasierte Baumethodik – Qualitätssicherung für die Wärmewende“ im Podcast „Das aktuelle Energiestudio“ des Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V..
Moderation: Stefanie Koepsell, M.Sc., Vorstandssprecherin DEN e.V.
» DEN-Website zum Podcast (extern)
» Information 01/2025 zur Initiative Nachweisbasierte Baumethodik
Das Unterstützungsangebot soll sich neben Forschungsmitteln anteilig aus Eigenbeiträgen der teilnehmenden Wohnungsunternehmen finanzieren.
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme, sprechen Sie uns gerne an oder informieren Sie sich:
https://sustainable-data-platform.org/nachweisbasierte-baumethodik/
Das climate-neutral buildings Modul der sustainable data platform unterstützt den effizienten Betrieb und die Begrenzung der Energiekosten von Gebäuden, Wohnungsbeständen und Quartieren. Basierend auf praxisbewährten Kennzahlen zu Effizienz und Energieverbrauch unterstützt es mit transparenten CO2-Faktoren die möglichst wirtschaftliche Erzielung klimafreundlicher Bestände.


